In den vergangenen Jahren hat Square Enix mit Spielen wie Octopath Traveler gezeigt, dass klassische Rollenspielideen aus den 90ern auch heute noch funktionieren können. Pixeloptik, überschaubare Systeme und moderne Technik müssen sich schließlich nicht gegenseitig ausschließen.
The Adventures of Elliot: The Millennium Tales geht nun einen etwas anderen Weg. Statt rundenbasierter Kämpfe oder taktischer Schlachten wartet hier ein Action-Rollenspiel, das seine Inspiration ziemlich offen bei den großen Abenteuern vergangener Tage sucht.
Und genau daraus ergibt sich eine der spannendsten Fragen des Spiels: Muss ein modernes Action-JRPG eigentlich immer größer, komplexer und mit noch mehr Systemen ausgestattet sein? Oder kann gerade eine bewusste Reduzierung heute wieder ihren ganz eigenen Reiz entwickeln?
🎮 The Adventures of Elliot: The Millennium Tales – Spieldaten
Release: 18. Juni 2026
Plattformen: Nintendo Switch 2 · PS5 · Xbox Series · PC
Genre: Action-JRPG
Entwickler: Square Enix / Claytechworks
Publisher: Square Enix
Sprache: Deutsche Bildschirmtexte · Englische & japanische Sprachausgabe
Getestet auf: PC – überwiegend Steam Deck
Transparenzhinweis: Der Testcode wurde uns freundlicherweise von Square Enix zur Verfügung gestellt.
Eine Welt, die von ihrer Vergangenheit lebt
Die Menschheit hat es in der Welt von The Adventures of Elliot nicht gerade leicht. Große Teile des Kontinents werden von gefährlichen Biestlingen beherrscht, während das Königreich Huther zu den letzten sicheren Rückzugsorten gehört.
Dass die Bewohner dort einigermaßen ruhig schlafen können, haben sie einer magischen Barriere zu verdanken. Aufrechterhalten wird diese ausgerechnet durch eine einzige Prinzessin.
Was natürlich hervorragend funktioniert – solange dieser einen Person nichts passiert.
Elliot macht sich über derartige Dinge zunächst weniger Gedanken. Obwohl er seine Eltern nicht kennt und als Waise aufgewachsen ist, begegnet er seinem Leben mit erstaunlich viel Optimismus. Als Abenteurer verdient er sein Geld damit, unbekannte Orte zu erkunden, und könnte mit dieser Beschäftigung kaum zufriedener sein.
Eines Tages wird er jedoch zum König gerufen. Mysteriöse Ruinen sind aufgetaucht und sollen untersucht werden. Für Elliot ist das natürlich genau die Art von Auftrag, bei der man nicht lange überlegen muss.

Was als vergleichsweise gewöhnliche Expedition beginnt, nimmt allerdings schnell größere Ausmaße an. Ein geheimnisvoller Gegenspieler taucht auf, besitzt offenbar die Fähigkeit, durch die Zeit zu reisen, und versucht Ereignisse der Vergangenheit zu verändern.
Dann erkrankt auch noch die Prinzessin.
Für ein Königreich, dessen gesamte Schutzbarriere von ihr abhängt, könnte der Zeitpunkt kaum ungünstiger sein.
Kurz darauf begegnet Elliot schließlich der Fee Faie. Gemeinsam brechen die beiden zu einer Reise auf, die sie nicht nur durch unterschiedliche Orte, sondern auch durch verschiedene Zeitepochen führt. Das Ziel ist klar: den unbekannten Gegner aufhalten und die Prinzessin retten.

Zeitreisen, ohne dass man ein Diagramm braucht
Auf dem Papier beginnt die Handlung ausgesprochen klassisch. Das Böse muss aufgehalten und eine Prinzessin gerettet werden. Wer in den vergangenen Jahrzehnten häufiger japanische Rollenspiele gespielt hat, dürfte sich schnell heimisch fühlen. Die Zeitreisethematik gibt dem bekannten Grundgerüst allerdings eine interessante zusätzliche Ebene.
Erfreulicherweise versucht das Spiel dabei nicht, seine Geschichte unnötig kompliziert erscheinen zu lassen. Man muss nach einigen Stunden kein Diagramm zeichnen, drei verschiedene Zeitlinien miteinander vergleichen und anschließend im Internet nachlesen, welcher Elliot jetzt eigentlich aus welcher Realität stammt. Die Ereignisse bleiben jederzeit leicht nachvollziehbar.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Geschichte vollkommen vorhersehbar wäre. Im späteren Verlauf gibt es einige Wendungen, die durchaus überraschen können. Gerade dann, wenn die Erzählung etwas persönlicher oder emotionaler wird, zeigt sie ihre stärksten Seiten.

Trotzdem bleibt am Ende das Gefühl, dass aus der spannenden Ausgangsidee noch deutlich mehr herauszuholen gewesen wäre. Eine Geschichte über Reisen durch verschiedene Zeitalter bietet schließlich zahlreiche Möglichkeiten. Ereignisse könnten sich gegenseitig beeinflussen, bekannte Orte vollkommen verändern und Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben.
The Adventures of Elliot kratzt an solchen Ideen jedoch häufig nur an der Oberfläche. Besonders im Mittelteil plätschern die Ereignisse teilweise etwas vor sich hin. Die Geschichte ist dadurch keineswegs schlecht und besitzt durchaus ihre gelungenen Momente. Gerade angesichts des interessanten Grundkonzepts hätten wir uns aber gewünscht, dass die Zeitreise noch stärker im Mittelpunkt steht.
Schwert, Hammer und ziemlich wenig Schnickschnack
Spielerisch unterscheidet sich The Adventures of Elliot deutlich von Spielen wie Octopath Traveler oder Triangle Strategy. Hier warten keine rundenbasierten Gefechte und auch keine taktischen Schlachten. Stattdessen erkundet man die Welt aus einer erhöhten Perspektive und bekämpft Gegner direkt in Echtzeit.
Elliot beginnt seine Reise ganz klassisch mit Schwert und Schild. Im Laufe des Abenteuers erweitert sich das Arsenal allerdings um zahlreiche weitere Waffen und Werkzeuge. Dazu gehören unter anderem eine Lanze, ein Hammer und Bomben. Nicht alles dient ausschließlich dazu, Gegnern eins überzubraten. Einige dieser Werkzeuge werden gleichzeitig benötigt, um Hindernisse zu überwinden oder kleinere Rätsel in den Dungeons zu lösen. Bis zu zwei Waffen lassen sich gleichzeitig ausrüsten und jederzeit austauschen.

Trotz der zunehmenden Auswahl bleibt das eigentliche Kampfsystem allerdings überraschend einfach. Mit der jeweiligen Angriffstaste wird zugeschlagen. Wer sie gedrückt hält, führt einen stärkeren Angriff aus. Der Schild wiederum dient dazu, gegnerische Attacken abzuwehren.
Und damit sind Elliots grundlegende Möglichkeiten bereits weitgehend erklärt. Komplexe Kombinationen, ausufernde Skilltrees oder ein Kampfsystem, für dessen vollständiges Verständnis zunächst ein zwölfseitiges Tutorial notwendig wäre, sucht man hier vergeblich. Das klingt zunächst nach einem Nachteil. Interessanterweise ist es aber gleichzeitig eine der Eigenschaften, die dem Abenteuer seinen ganz eigenen Rhythmus verleihen.

Die Kämpfe sind schnell, unmittelbar verständlich und halten den Spielfluss aufrecht. Gegner besiegen, Beute einsammeln und anschließend direkt weiterziehen.
Dadurch entwickelt das Spiel einen angenehm geradlinigen Rhythmus, der tatsächlich an ältere Action-Rollenspiele erinnert. Damals musste schließlich nicht hinter jeder Mechanik noch eine zweite Mechanik warten, die wiederum durch drei weitere Ressourcen verbessert werden konnte.
Wer genau diese Komplexität moderner Rollenspiele liebt, könnte The Adventures of Elliot allerdings relativ schnell als zu simpel empfinden. Und genau hier wird erstmals deutlich, dass dieses Abenteuer eine ziemlich konkrete Zielgruppe im Blick hat.
Faie ist mehr als nur hübsche Begleitung
Elliot ist auf seiner Reise glücklicherweise nicht allein. Die Fee Faie begleitet ihn und spielt dabei auch spielerisch eine wichtige Rolle. Grundsätzlich agiert sie selbstständig, unterstützt Elliot im Kampf und kann verschiedene Zauber einsetzen.
Bei Bedarf lässt sie sich allerdings auch direkt kontrollieren. Über den rechten Stick bewegt man Faie unabhängig von Elliot und kann ihre magischen Fähigkeiten gezielt einsetzen. Das wird besonders in den Dungeons wichtig.
Neben den Kämpfen warten dort immer wieder kleinere Rätsel. Häufig müssen Schalter betätigt, verschlossene Wege geöffnet oder bestimmte Gegenstände gefunden werden. Dabei kommen sowohl Elliots unterschiedliche Waffen als auch Faies Magie zum Einsatz.
Eine Bombe erreicht beispielsweise Stellen, die mit dem Schwert wenig anfangen können, während Faie entfernte Ziele mit ihren Zaubern aktivieren kann.

Besonders schwierig werden diese Aufgaben allerdings selten. Wirkliches Kopfzerbrechen verursachte uns kaum eines der Rätsel. Auch hier setzt das Spiel also lieber auf einen schnellen Spielfluss als auf lange Unterbrechungen. Das hat Vor- und Nachteile.
Wer komplexe Dungeons und anspruchsvolle Denksportaufgaben erwartet, dürfte sich etwas unterfordert fühlen. Gleichzeitig funktioniert der regelmäßige Wechsel zwischen Kämpfen, Erkundung und kleinen Rätseln ausgesprochen gut. Keiner dieser Bereiche hält das Abenteuer unnötig auf.
Keine Levelaufstiege – und trotzdem Charakterentwicklung
Eine der ungewöhnlicheren Entscheidungen betrifft Elliots Entwicklung. Nach besiegten Gegnern erhält der Held keine klassischen Erfahrungspunkte. Entsprechend gibt es auch keine regelmäßigen Levelaufstiege. Das haben wir tatsächlich vermisst.
Gerade ein Abenteuer, das sich so stark an klassischen Rollenspielen orientiert, hätte unserer Meinung nach hervorragend zu diesem vertrauten Gefühl gepasst, nach einem Kampf plötzlich eine neue Stufe zu erreichen. Ganz ohne Fortschrittssystem kommt Elliot allerdings nicht aus. Gegner hinterlassen unter anderem Geld und Edelsteine. Das Geld wird für Gegenstände, Heilmittel oder verschiedene Verbesserungen benötigt.
Aus den Edelsteinen lassen sich wiederum besondere Kugeln beziehungsweise Magite herstellen, die anschließend in Elliots Schatulle eingesetzt werden. Je nach Kombination erhält man unterschiedliche Boni, beispielsweise mehr Angriffskraft oder eine stärkere Verteidigung.
Anfangs bietet die Schatulle nur wenige Plätze. Gegen entsprechendes Geld lässt sie sich jedoch erweitern, wodurch nach und nach immer mehr Magite gleichzeitig verwendet werden können.

Die Anzahl der verfügbaren Kombinationen ist gar nicht so klein, wie das zunächst vermuten lässt. Wer nicht lange überlegen möchte, kann die Zusammenstellung sogar Faie überlassen. Ziemlich praktisch.
Klassische Levelaufstiege hätten wir trotzdem gerne gesehen. Das vorhandene System sorgt aber zumindest dafür, dass Kämpfe nie vollkommen bedeutungslos werden. Geld und Materialien kann man schließlich fast immer gebrauchen.
Der eigentliche Star ist die Erkundung
Bis hierhin macht The Adventures of Elliot bereits vieles ordentlich. Das wahre Highlight des Spiels liegt unserer Meinung nach allerdings woanders. In der Erkundung.
Abseits der offensichtlichsten Wege gibt es erstaunlich viel zu entdecken. Versteckte Schatztruhen, kleinere Geheimnisse und zahlreiche Tempel sorgen immer wieder dafür, dass man von der geplanten Route abweicht. Und genau das macht überraschend viel Spaß.

Besonders die optionalen Tempel erinnern in ihrer grundlegenden Idee ein wenig an die Schreine aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Dort warten kleinere Prüfungen und Rätsel, an deren Ende sinnvolle Belohnungen stehen. Mal erhöht sich Elliots Lebenskraft, mal erhält Faie eine neue Fähigkeit oder es wartet eine andere nützliche Verbesserung.
Dadurch entsteht ständig dieses angenehme Gefühl, dass sich ein kurzer Abstecher lohnen könnte. Noch interessanter ist, wie offen die Welt teilweise wirkt. Schon relativ früh kann man auf Wunsch erstaunlich weit vorausziehen und Gebiete untersuchen, die nicht unmittelbar mit dem aktuellen Hauptziel verbunden sind.

Die reine Größe der Welt fällt zwar überschaubar aus. Durch die unterschiedlichen Zeitepochen verändert sie sich jedoch immer wieder. Ein bereits bekannter Ort kann zu einem späteren Zeitpunkt plötzlich neue Wege oder Geheimnisse bereithalten. Dieses Konzept funktioniert grundsätzlich gut, bringt allerdings auch Wiederholungen mit sich.
Selbst wenn eine bekannte Höhle später eine andere Belohnung enthält und ihr Aufbau leicht verändert wurde, bleibt es im Kern eben doch dieselbe Höhle. Hier hätten wir uns etwas mehr Abwechslung und eine insgesamt größere Welt gewünscht. Der Drang, einfach noch ein Stück weiterzulaufen und hinter der nächsten Ecke nachzusehen, gehört trotzdem zu den größten Stärken des gesamten Spiels.
Nebenaufgaben ohne Beschäftigungstherapie
Auch bei den Nebenaufgaben folgt The Adventures of Elliot seiner Philosophie der Reduzierung. Statt die Karte mit unzähligen Symbolen und Aufgaben vollzustopfen, bleibt die Zahl gleichzeitig verfügbarer Quests angenehm überschaubar. Mehr als einige wenige Aufgaben warten meistens nicht gleichzeitig.
Die eigentlichen Ziele fallen ebenfalls recht einfach aus. Mal muss eine bestimmte Anzahl von Monstern besiegt werden, mal sucht man einen Gegenstand oder besucht einen bestimmten Ort. Große spielerische Überraschungen sollte man hier nicht erwarten.
Dafür versucht nahezu jede Nebenaufgabe zumindest, eine kleine Geschichte zu erzählen.Und die Belohnungen können durchaus nützlich sein. So lässt sich beispielsweise die maximale Anzahl mitführbarer Bomben oder Pfeile erhöhen.

Gerade weil die Nebenquests relativ kurz ausfallen, entwickeln sie kaum das Gefühl einer lästigen Checkliste. Man erledigt eine kleine Geschichte, erhält eine sinnvolle Belohnung und zieht anschließend weiter. Mehr braucht es manchmal tatsächlich nicht.
Ein Abenteuer ohne große Hürden
Besonders schwierig wird Elliots Reise auf dem normalen Schwierigkeitsgrad übrigens selten. Sollte Elliot im Kampf doch einmal das Zeitliche segnen, kann Faie ihn gegen eine entsprechende Menge Geld wiederbeleben – vorausgesetzt natürlich, im Geldbeutel befindet sich noch genügend davon. Wer eine größere Herausforderung sucht, kann glücklicherweise einen höheren Schwierigkeitsgrad auswählen.
Das passt zur grundlegenden Ausrichtung des Spiels. The Adventures of Elliot möchte den Spieler eher durch sein Abenteuer tragen, als ihn alle paar Minuten an einer Wand aus Gegnern oder Rätseln hängen zu lassen.
Auch zusätzlicher Inhalt wird im Verlauf regelmäßig freigeschaltet. Und sogar mehrere Enden warten darauf, entdeckt zu werden. Was genau es damit auf sich hat, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Nur so viel: Zumindest ein bestimmtes Ende solltet ihr euch auf jeden Fall ansehen.
HD-2D kann auch Action
Optisch ist The Adventures of Elliot ein echter Hingucker. Der HD-2D-Stil besitzt inzwischen vielleicht nicht mehr denselben Überraschungseffekt wie noch zu Zeiten des ersten Octopath Traveler. In Verbindung mit einem Action-Rollenspiel fühlt sich die Präsentation trotzdem noch einmal etwas anders an.
Pixelige Figuren treffen auf detaillierte Landschaften, moderne Effekte und ausgesprochen stimmungsvolle Beleuchtung. Besonders die Lichtstimmung gehört zu den schönsten visuellen Eigenschaften des Spiels.

Dadurch entsteht genau dieses Spannungsfeld, das den HD-2D-Look so reizvoll macht: Auf der einen Seite erinnert vieles bewusst an Spiele vergangener Jahrzehnte, gleichzeitig wäre diese Darstellung auf der damaligen Hardware vollkommen undenkbar gewesen. Die wiederverwendeten Gebiete sorgen zwar auch optisch hin und wieder für Déjà-vus, insgesamt besitzt die Welt aber sehr viel Charme.
Auch musikalisch gibt es wenig auszusetzen. Der Soundtrack trägt die Abenteuerstimmung hervorragend, ohne permanent um Aufmerksamkeit zu kämpfen. Das eine Musikstück, das uns noch Wochen später nicht mehr aus dem Kopf ging, gab es zwar nicht. Als Gesamtpaket funktioniert die musikalische Begleitung dafür ausgesprochen gut.
Fazit – Manchmal ist weniger tatsächlich mehr
The Adventures of Elliot: The Millennium Tales ist ein schönes und sehr ordentlich gemachtes Action-Rollenspiel. Es ist allerdings auch ein Spiel, bei dem man ziemlich genau wissen sollte, was man erwartet. Wer komplexe Charakterentwicklung, riesige Skillbäume, ein umfangreiches Kampfsystem und möglichst viele miteinander verzahnte Mechaniken sucht, gehört wahrscheinlich nicht zur eigentlichen Zielgruppe.
Das Spiel will diesen Anspruch aber auch gar nicht erfüllen. Stattdessen konzentriert es sich auf ein klassisches Abenteuer: Echtzeitkämpfe, Dungeons, kleine Rätsel, Geheimnisse und vor allem den ständigen Drang, noch ein wenig weiter zu erkunden. Und gerade diese Erkundung entwickelt einen überraschend starken Sog.
Die Geschichte hätte aus ihrer Zeitreisethematik deutlich mehr herausholen können. Auch die Rätsel hätten gerne etwas anspruchsvoller sein dürfen und bei den wiederkehrenden Gebieten stellt sich irgendwann eine gewisse Vertrautheit ein.
Trotzdem funktioniert das Abenteuer erstaunlich gut. Denn The Adventures of Elliot erinnert daran, dass ein Spiel nicht automatisch besser wird, nur weil es von allem möglichst viel bietet. Die bewusste Reduzierung ist keine Schwäche, die irgendwie kaschiert werden muss. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil seiner Identität.
Wer mit Spielen wie den klassischen Zelda-Abenteuern oder den Action-Rollenspielen der 90er aufgewachsen ist und heute einfach wieder eine kompakte Welt erkunden möchte, ohne alle zehn Minuten mit einem neuen System erschlagen zu werden, dürfte sich hier ziemlich schnell zu Hause fühlen.
Manchmal braucht ein gutes Abenteuer eben nicht mehr von allem – sondern einfach die richtigen Dinge.
